Deine Mietmode

Kleidung mieten: So leihst du Mode – die besten Plattformen im Selbsttest

Kleidung mieten: So leihst du Mode – die besten Plattformen im Selbsttest
Zwei modische junge Frauen gehen selbstbewusst nebeneinander auf einer belebten Stadtstraße.

Ein Kleid, in dem du dich wunderschön fühlst – und das nach einem einzigen Abend im Schrank verschwindet? Wenn du solche Käufe kennst, könnte Kleidung mieten zu dir passen. So genießt du neue Looks, ohne dich dauerhaft festzulegen. Vier Plattformen im Selbsttest zeigen, wie das Leihen funktioniert, worauf du achten solltest und für wen sich Lieblingsstücke auf Zeit besonders lohnen.

Mode genießen, ohne alles besitzen zu müssen

Du stehst vor deinem Kleiderschrank und hast eigentlich genug Auswahl. Trotzdem fehlt für die nächste Einladung genau dieses eine Outfit: etwas festlicher als deine Alltagslooks, etwas aufregender als das Kleid, das du schon zu mehreren Feiern getragen hast. Ein Neukauf wäre eine Möglichkeit. Doch wenn du bereits ahnst, dass das neue Stück anschließend lange auf seinen nächsten Auftritt warten wird, lohnt sich ein anderer Gedanke: Warum nicht einfach ausleihen?

Fashion Rental funktioniert nach einem unkomplizierten Prinzip. Du suchst dir Kleidung oder Accessoires aus, bezahlst für einen vereinbarten Nutzungszeitraum und gibst alles anschließend zurück. Aus dem dauerhaften Besitz wird eine Begegnung auf Zeit. Das kann ein Kleid für ein Wochenende sein, eine Jacke für mehrere Wochen oder eine Designertasche, die dich eine Weile durch deinen Alltag begleitet.

Der Reiz liegt nicht nur darin, besondere Stücke günstiger als zum Kaufpreis tragen zu können. Du gewinnst auch Freiheit beim Ausprobieren. Vielleicht bewunderst du seit Langem auffällige Taschen, greifst beim Kaufen aber immer zu Schwarz. Vielleicht möchtest du wissen, ob ein markanter Blazer wirklich zu deinen Lieblingsjeans passt. Beim Mieten kannst du solche Ideen im eigenen Alltag testen, statt deine Vorstellung davon zur Kaufentscheidung zu machen.

Neben Kleidung bieten entsprechende Plattformen deshalb häufig auch Taschen, Schuhe, Schmuck oder andere Accessoires an. Die Unterschiede stecken im Sortiment und im Ablauf. Manche Angebote erinnern an einen kuratierten Designer-Kleiderschrank, andere setzen auf tragbare Basics oder auf das Teilen bereits vorhandener Garderoben. Welches Modell sich gut anfühlt, hängt vor allem davon ab, wie du Mode nutzen möchtest.

Einmal ausleihen oder regelmäßig wechseln?

Grundsätzlich begegnen dir zwei Mietmodelle: die einmalige Ausleihe und das Abonnement. Bei einer Einzelmiete entscheidest du dich für ein bestimmtes Stück und einen festgelegten Zeitraum. Der Preis richtet sich meist nach dem ausgewählten Teil und der Mietdauer. Anschließend endet die Ausleihe mit der Rückgabe. Das passt besonders gut, wenn du gezielt etwas für einen Anlass suchst und keine regelmäßige Verpflichtung eingehen möchtest.

Ein Abo ist eher darauf ausgelegt, dass Mietmode wiederholt Teil deiner Garderobe wird. Du zahlst regelmäßig einen bestimmten Betrag und kannst im Rahmen deines Tarifs ausgewählte Stücke nutzen. Wie viele Teile du gleichzeitig ausleihen darfst und wann ein Wechsel möglich ist, unterscheidet sich je nach Angebot. Ein höherer Beitrag kann beispielsweise mehr Auswahlmöglichkeiten oder mehrere parallel gemietete Stücke bedeuten.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Zahlungsrhythmus und tatsächlicher Bindung. Ein wöchentlich genannter Preis bedeutet nicht automatisch, dass du nach jeder Woche aussteigen kannst. Achte deshalb auf Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und die Regeln für einen Wechsel. Auch Reservierungen können relevant sein: Wenn du eine ganz bestimmte Tasche zu einer Feier tragen möchtest, hilft dir eine große Auswahl wenig, falls dein Favorit zum gewünschten Zeitpunkt bereits vergeben ist.

Ebenso unterschiedlich sind Versand und Rückgabe organisiert. Ein Paket mit beiliegendem Rücksendeetikett fühlt sich im Alltag anders an als eine selbst bezahlte Retoure. Eine terminierte Abholung wiederum kann besonders angenehm sein, wenn du wenig Zeit für zusätzliche Wege hast. Prüfe außerdem, wer die Reinigung übernimmt und welche Absicherung vorgesehen ist.

Die genannten Preise und Abläufe in den folgenden Selbsttests beschreiben die jeweiligen Testerfahrungen, keine verbindlichen Konditionen für deine nächste Buchung. Schau deshalb vor dem Ausleihen nach den geltenden Tarifen, der Verfügbarkeit und den Liefermöglichkeiten. So vergleichst du nicht nur schöne Bilder, sondern das Gesamtpaket, das wirklich zu deinem Alltag passt.

Weniger Käufe, mehr Möglichkeiten

Die nachhaltige Grundidee hinter Mietmode ist, vorhandene Kleidung intensiver zu nutzen. Statt dass ein besonderes Kleid nach zwei Auftritten dauerhaft im Schrank verschwindet, kann es nacheinander mehrere Menschen begleiten. Die Nutzungsdauer eines Stücks wird dadurch verlängert. Wenn du im Gegenzug auf einen Neukauf verzichtest, verringerst du außerdem deinen eigenen Konsum. Genau darin liegt der entscheidende Gedanke: mehr aus dem machen, was bereits vorhanden ist.

Langfristig verbindet sich damit die Hoffnung, dass eine stärkere Nutzung bestehender Garderoben auch den Bedarf an neuer Produktion reduziert. Denn für neue Kleidung werden Ressourcen eingesetzt, und bei ihrer Herstellung entstehen Emissionen. Mietmode ist deshalb vor allem dann eine sinnvolle Alternative für dich, wenn du damit tatsächliche Kaufwünsche ersetzt – nicht bloß immer weitere Stücke zusätzlich bestellst.

Daneben gibt es einen sehr persönlichen Vorteil: Dein Kleiderschrank muss nicht jede modische Stimmung dauerhaft aufnehmen. Du kannst für einen Abend in eine andere Silhouette schlüpfen oder eine auffällige Tasche ausprobieren, ohne anschließend Platz für sie finden zu müssen. Gerade besondere Anlassmode darf auf diese Weise ihren großen Auftritt haben und danach weiterziehen. Die Freude am Outfit bleibt, die Frage nach dem Verstauen entfällt.

Auch finanziell kann das attraktiv sein. Der Kaufpreis eines Designerstücks liegt möglicherweise außerhalb deines Budgets, während eine begrenzte Ausleihe für dich infrage kommt. Trotzdem ist Mieten nicht automatisch die günstigste Entscheidung. Regelmäßige Abogebühren, Versicherungen und Versandkosten gehören in deine Rechnung. Überlege deshalb, wie häufig du das Stück tatsächlich tragen möchtest und welchen Kauf es ersetzt.

Vielleicht lohnt sich die Einzelmiete eines festlichen Looks für dich mehr als ein dauerhaftes Abo. Vielleicht möchtest du dagegen regelmäßig Taschen wechseln, während deine Kleidung bewusst reduziert bleibt. Beides kann stimmig sein. Entscheidend ist nicht, möglichst viel auszuleihen, sondern deine Garderobe so zu ergänzen, dass du dich darin wohlfühlst und dein Budget im Blick behältst.

Clothesfriends: Entdeckungen aus anderen Kleiderschränken

Clothesfriends verbindet zwei Seiten derselben Idee: Du kannst Mode ausleihen und deine eigenen Stücke vermieten. Die App öffnet damit nicht nur einen einzelnen Shop, sondern viele unterschiedliche Garderoben. Zum getesteten Sortiment gehörten Kleidung, Schuhe, Taschen und Accessoires. Zwischen High-Street-Marken wie COS oder Zara fanden sich Designerstücke von Burberry, Chloé und Gucci sowie besondere Vintage-Entdeckungen. Auch Influencer-Garderoben und Kooperationen mit Labels wie Fassbender und Jan ’n June gehörten dazu.

Für Fashion Editor Jana Ackermann begann der Selbsttest mit dem Herunterladen der App und dem Anlegen eines Accounts. Auf der Startseite warteten Vorschläge, Trends und neu eingestellte Stücke. Favoriten ließen sich mit einem Herz speichern; über die Suche konnte gezielt nach Marken gestöbert werden. Das macht den Einstieg besonders interessant, wenn du noch kein ganz bestimmtes Outfit im Kopf hast und dich lieber von einzelnen Fundstücken inspirieren lässt.

Die Preise wurden von den Vermietenden selbst festgelegt. Im getesteten Modell waren Ausleihen bereits ab einem Tag möglich. Wer sich für mehrere Wochen oder eine ganze Saison entschied, konnte einen Rabatt erhalten. Vor der Reservierung standen außerdem zwei Versicherungsvarianten zur Auswahl: eine Basisversicherung für fünf Euro und eine Premiumversicherung für zehn Euro. Welche Absicherung für dich passt, solltest du anhand des jeweiligen Leistungsumfangs entscheiden.

Janas Wahl fiel schließlich auf eine mit Teddyfell gefütterte Kunstlederjacke von Fassbender. Der angegebene Warenwert lag bei 680 Euro, die Miete für knapp zwei Wochen bei 60 Euro. Das Beispiel zeigt den besonderen Reiz dieser Plattform: Ein auffälliges Stück darf für eine überschaubare Zeit deine Garderobe verändern, ohne dass du dich zum vollständigen Kaufpreis darauf festlegen musst. Im Test wurde die Jacke während der Leihdauer entsprechend häufig getragen.

Für die Zustellung gab es mehrere Möglichkeiten. Der Postversand kostete fünf Euro; alternativ war eine Abholung im Münchner Store oder an Partnerstandorten möglich. Zu den genannten Städten gehörten München, Berlin, Hamburg und Nürnberg. Am letzten Miettag erinnerte eine Push-Nachricht an die Rücksendung. Die Jacke wurde wieder in den ursprünglichen Karton gepackt und auf eigene Kosten zurückgeschickt. Diese zusätzlichen Rücksendekosten solltest du beim Vergleich mit anderen Angeboten berücksichtigen.

Das Fazit fiel positiv aus: Die Freude an der Jacke war groß, die Rückgabe nach zwei Wochen aber ebenfalls stimmig. Besonders für festliche Looks, die nur ein Wochenende begleiten sollen, wurde das Konzept als reizvoll empfunden. Clothesfriends passt damit vor allem zu dir, wenn du gern individuell stöberst, besondere Einzelstücke suchst und dich mit dem Gedanken wohlfühlst, einen geliebten Look anschließend wieder weiterzugeben.

The Beyond Club: Traumtaschen im Wechsel

Wenn ein Outfit für dich oft mit der richtigen Tasche vollständig wird, ist The Beyond Club besonders interessant. Der Schwerpunkt liegt auf Designerhandtaschen: von bekannten Klassikern über begehrte It-Bags bis zu Vintage-Modellen. Im Selbsttest gehörten etwa die Birkin von Hermès sowie Taschen von Chanel und Dior zur Auswahl. Für Fashion Editor Madeline Dangmann bestand die erste Herausforderung deshalb nicht darin, etwas Passendes zu finden, sondern sich zwischen mehreren Favoriten zu entscheiden.

Anders als bei einer spontanen Einzelmiete arbeitete das getestete Angebot mit verschiedenen Abonnements. Das Starter-Modell kostete 39 Euro pro Woche. Nach dem ersten Monat kamen allerdings zusätzliche Gebühren pro Tasche hinzu. Dieser Einstieg wurde deshalb eher als Möglichkeit zum Kennenlernen eingeordnet. Für die Testerin wirkte die Kombination aus Grundpreis und späteren Zusatzkosten weniger übersichtlich als ein Tarif, bei dem diese Kosten bereits abgedeckt waren.

Ihre bevorzugte Variante war das Gold-Abo für 69 Euro pro Woche. Dabei konnten Taschen ohne solche Zusatzgebühren für vier bis zwölf Wochen gemietet werden. Im eigenen Mietkalender ließen sich Modelle bis zu acht Wochen im Voraus reservieren. Gerade bei beliebten Taschen war das hilfreich: Einige Wunschmodelle waren zu den gewünschten Zeiträumen bereits vergeben. Wenn du ein bestimmtes Modell für einen Anlass im Blick hast, gehört die Planung hier also zum Vergnügen dazu.

Das teuerste getestete Modell, Platin, lag bei 129 Euro wöchentlich. Es erlaubte zwei Taschen gleichzeitig und Reservierungen mit längerem Vorlauf. Die Unterschiede zeigen, wie wichtig der Blick auf deinen tatsächlichen Bedarf ist. Möchtest du eine Tasche intensiv im Alltag tragen, ist das etwas anderes, als regelmäßig zwischen zwei Modellen wechseln zu wollen. Ein größerer Tarif lohnt sich für dich nur, wenn du die zusätzlichen Möglichkeiten wirklich nutzen möchtest.

Madeline testete nacheinander die Antigona-Tote von Givenchy und die Lady Dior. Die Lieferung erfolgte per UPS in einem kleinen Koffer, der sich mit einem persönlichen Code öffnen ließ. Neben der Tasche enthielt er bereits den Rücksendeaufkleber. Beim Wechsel brachte der Kurier die nächste Tasche und nahm den vorherigen Koffer wieder mit. Der Ablauf wurde als besonders unkompliziert erlebt. Auch die Sorge vor normalen Gebrauchsspuren relativierte sich: Die Taschen wurden für weitere Vermietungen wieder aufbereitet und wirkten im Test sehr gepflegt.

Die Stärke des Angebots lag damit in Auswahl, Zustand und komfortabler Abwicklung. Gleichzeitig blieb klar: Ein solches Abo ist eine bewusste Luxusausgabe, kein beiläufiger Spartipp. Und die Rückgabe kann schwerfallen, wenn eine Tasche schnell zum Lieblingsstück wird. The Beyond Club ist vor allem dann reizvoll für dich, wenn du regelmäßig unterschiedliche Designermodelle tragen möchtest und die laufenden Kosten entspannt in dein Modebudget passen.

Unown: Zeitlose Mode mit unkompliziertem Ablauf

Unown zeigte im Selbsttest eine andere Seite des Modeleihens: weniger der eine spektakuläre Auftritt, mehr eine vielseitige Ergänzung für unterschiedliche Lebenssituationen. Zum Sortiment des Hamburger Fashion-Leasing-Services gehörten Ready-to-Wear, Accessoires, Lounge- und Activewear, Businesskleidung sowie Schwangerschaftsmode. Schuhe waren nicht Teil der Auswahl. Zeitlose Basics bestimmten den Eindruck, daneben gab es einzelne auffälligere Stücke. Das machte den Service besonders interessant für eine Garderobe, die sich im Alltag gut kombinieren lässt.

Unter den rund 80 im Test aufgeführten Marken fanden sich viele Fair-Fashion-Labels, darunter Jan ’n June, dariadéh und ARMEDANGELS. Hinzu kamen skandinavische Marken wie GANNI, Baum und Pferdgarten, Stine Goya und Samsøe Samsøe. Wenn du klare Schnitte magst, aber gelegentlich Farbe oder ein besonderes Detail ergänzen möchtest, lässt sich diese Mischung gut vorstellen: vertraute Grundlagen, dazu ein neuer Akzent auf Zeit.

Zur Wahl standen drei monatliche Mitgliedschaften zwischen 39 und 109 Euro. Alternativ konnte der Service mit einer einmaligen Bestellung für zwei oder vier Wochen ausprobiert werden. Das war eine Möglichkeit, den Ablauf kennenzulernen, ohne sofort eine regelmäßige Nutzung einzuplanen. Eine Absicherung der Kleidung gegen Schäden sowie die professionelle Reinigung gehörten zum getesteten Modell. Gerade die geregelte Reinigung nahm damit einen organisatorischen Punkt aus der eigenen Alltagsplanung.

Alexandra Schöb stellte für ihren Selbsttest eine abwechslungsreiche Auswahl zusammen: eine leuchtend blaue Workwear-Jacke von Standard, eine dünne olivfarbene Steppweste von Samsøe Samsøe, eine rote Mini-Tasche von HVISK und filigrane goldene Ohrringe von Stilnest mit grünem Smaragd. An dieser Kombination wird deutlich, dass Mietmode nicht zwingend einen vollständigen neuen Look bedeuten muss. Auch einzelne Ergänzungen können deiner vorhandenen Garderobe eine andere Richtung geben.

Der Bestellprozess ähnelte dem gewohnten Onlineshopping. Stücke und Größen wurden ausgewählt, im Warenkorb gesammelt und anschließend zusammen mit der passenden Zahlungsvariante bestellt. E-Mails begleiteten den Lieferprozess. Im Test kam die Bestellung nach zwei Tagen an. Statt eines gewöhnlichen Versandkartons wurde eine robuste Stofftasche genutzt, die auch für die Rücksendung vorgesehen war. Die einzelnen Teile waren in Altpapier eingewickelt, auf Plastik wurde dabei verzichtet. Kartonanhänger kennzeichneten die frische Reinigung.

Besonders überzeugten der gepflegte Zustand der Leihstücke, die zügige Abwicklung und die durchdachte Verpackung. Eine vorherige Nutzung war den Teilen im Test nicht anzusehen. Weniger erfüllt wurde dagegen der Wunsch nach besonders ausgefallener Anlassmode und einer größeren Auswahl an Trendtaschen. Für dich ist diese Unterscheidung hilfreich: Suchst du tragbare Ergänzungen für deinen Alltag, spricht dich das Konzept möglicherweise stärker an, als wenn du vor allem nach einem außergewöhnlichen Eventlook suchst.

Ward’Robe Affaire: Designerstücke ohne Abo

Ward’Robe Affaire setzte im Selbsttest auf besondere Designerstücke und ein Mietmodell ohne Abonnement. Zum Sortiment gehörten Kleidung, Taschen, Schuhe und Accessoires wie Sonnenbrillen. Ein rosafarbenes Sakko von Dior, eine Baguette Bag von Fendi oder Mules von Gucci vermitteln den Charakter der Auswahl: Stücke mit Wiedererkennungswert, die du vielleicht schon lange bewunderst, aber nicht unbedingt kaufen möchtest. Das Ausleihen wird hier zur Möglichkeit, einen solchen Wunsch für eine begrenzte Zeit auszuleben.

Das getestete Modell war bewusst unverbindlich angelegt. Es gab keine automatisch verlängerte Abo-Laufzeit; stattdessen wurden einzelne Lieblingsstücke für zwei, sieben oder 30 Tage gemietet. Die Kosten richteten sich nach dem jeweiligen Teil und der gewählten Dauer. Außerdem war es möglich, selbst Mode zu vermieten. Wenn du nur gelegentlich etwas Besonderes brauchst, ist die Einzelmiete leichter mit deinem tatsächlichen Anlass zu verbinden als eine fortlaufende Mitgliedschaft.

Fashion Editor Kelly Niesen entschied sich für drei unterschiedliche Designerstücke: einen Teddyfellmantel von Max Mara, einen Blazer von Jil Sander und die Mini Pouch von Bottega Veneta. Die angegebenen Einstiegspreise lagen bei 57 Euro für den Mantel, 22 Euro für den Blazer und 39 Euro für die Tasche. Dabei handelt es sich um Ab-Preise aus dem Test; welcher Betrag für eine konkrete Ausleihe anfällt, hängt entsprechend von Stück und Mietlänge ab.

Nach der Auswahl der Dauer konnte die Versandart festgelegt werden. In Berlin nutzte die Testerin die als klimaneutral angebotene Lieferung mit Green Circle für fünf Euro. Besonders praktisch war die Möglichkeit, nicht nur den Zustelltag, sondern auch die Uhrzeit zu bestimmen. So ließ sich die Übergabe gezielt einplanen. Im Test funktionierte dieser vereinbarte Ablauf reibungslos – ein wichtiger Komfortpunkt, wenn du deine Leihstücke für einen bestimmten Anlass benötigst.

Die ausgewählten Teile wurden in einer Kiste bis an die Haustür gebracht. Diese blieb nicht in der Wohnung zurück, sondern wurde vom Zustellungsdienst direkt wieder mitgenommen. Dadurch musste die Testerin weder Verpackungsmaterial aufbewahren noch später einen passenden Versandkarton suchen. Für die Rückgabe galt dasselbe Prinzip: Datum und Uhrzeit vereinbaren, die Kleidungsstücke bereithalten und in der Transportkiste übergeben. Die Reinigung übernahm Ward’Robe Affaire.

Gerade die Verbindung aus besonderer Auswahl und unkomplizierter Übergabe überzeugte im Selbsttest. Für einen festlichen Anlass lässt sich so ein hochwertiger Look zusammenstellen, ohne anschließend über die weitere Nutzung jedes einzelnen Stücks nachdenken zu müssen. Wenn du Designerstücke lieber gezielt als ständig tragen möchtest, passt diese Form des Mietens gut zu dir. Prüfe lediglich, welche Zustellmöglichkeiten für deinen Standort angeboten werden, denn der beschriebene Komfort bezieht sich auf die getestete Lieferung in Berlin.

Dein Stil braucht nicht immer einen Neukauf

Vier Plattformen, vier unterschiedliche Schwerpunkte: Clothesfriends reizt mit individuellen Garderoben und besonderen Fundstücken. The Beyond Club richtet den Blick auf wechselnde Designerhandtaschen. Unown überzeugte im Test mit gepflegten Teilen für vielseitige Alltagslooks. Ward’Robe Affaire verband besondere Designerstücke mit Einzelmieten ohne Abo. Die beste Wahl ergibt sich deshalb weniger aus einer allgemeinen Rangliste als aus der Frage, was du gerade wirklich suchst.

Für deine erste Ausleihe hilft ein konkreter Wunsch: eine Tasche für eine Feier, eine Jacke zum Ausprobieren oder ein Blazer, der deine vorhandenen Outfits ergänzt. Lege dafür ein Gesamtbudget fest und rechne mögliche Versand-, Versicherungs- und Rückgabekosten mit ein. Schau dir außerdem die Mietdauer und den Rückgabeablauf an. Je klarer diese Punkte vorab sind, desto unbeschwerter kannst du dich später auf das Tragen freuen.

Du musst deine Garderobe dafür nicht vollständig verändern. Ein einziges geliehenes Stück kann reichen, um eine neue Seite deines Stils zu entdecken. Vielleicht merkst du, dass du Farbe viel lieber trägst als gedacht. Vielleicht genießt du einen besonderen Look und weißt danach, dass du ihn nicht dauerhaft brauchst. Beides ist eine schöne Erkenntnis. Nicht jedes Lieblingsteil muss dir gehören, um dir einen besonderen Moment zu schenken.

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